Geschichte - Musikverein Neufrach

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Geschichte

Verein

1850
Die Wurzeln der Musikkapelle Neufrach gehen auf das Jahr 1850 zurück. Damals schlossen sich Musiker aus dem Dorf erstmals zu einer Kapelle zusammen, die sich im Lauf der Zeit zur heutigen Musikkapelle entwickelte, wie Walter Eberhard Loch im Neufracher Dorfbuch (1953) schreibt. Erster Dirigent war Silvester Biele. Nach ihm führten sein Sohn Johan Nepomuk Biele und nach diesem dessen Sohn Albert Biele bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs den Dirigentenstab.

1862
Ein schriftlicher Beleg findet sich im Verkündungsblatt „Der Seebote"   für die Großherzoglichen Bezirksämter Überlingen und Pfullendorf aus dem   Jahr 1862. In der Ausgabe vom 16. April steht in einer Anzeige:
„Am Ostermontag Nachmittags 3 Uhr findet eine musikalische Produktion von der Neufracher Musikgesellschaft im Gasthaus zu Roggenbeuren statt, wozu man höflichst einladet".

um 1910
Etwa um das Jahr 1910 schlossen sich zusätzlich ein paar Neufracher Musiker zur sogenannten Biele-Musik zusammen. Diese kleine Gruppe setzte sich aus den Biele-Brüdern, Hermann Auer (sen.), Johann Häring, Eugen   Reuther und Bernhard Stegmaier zusammen. Die Biele-Musik war weit bekannt und mit ihren Musikfahrten viel in der Umgebung unterwegs.

1919
Am 9. März 1919 wurde der Verein im Gasthaus „Prinz Max" in Neufrach gegründet und im Jahr 1973 als „Musikverein Neufrach e.V." ins Vereinsregister eingetragen.

Nach der Rückkehr aus dem Ersten Weltkrieg traten viele Neufracher Musikanten dem neugegründeten Musikverein bei, doch der Großteil sammelte sich um die Biele-Musik. Somit existierten über ein paar Jahre hinweg zwei Musikkapellen in Neufrach, bis die Biele-Musik Mitte der 1920er Jahre schließlich aufgelöst wurde und ein Teil der Mitglieder dem Musikverein beitrat.

Bereits im Gründungsjahr 1919 veranstaltete der Musikverein im Gasthaus „Prinz Max" in Neufrach eine öffentliche „Christbaumfeier" mit Theater und Konzert. Ab den 1930er Jahren wurde diese Weihnachtsfeier gemeinsam mit dem Männergesangverein Neufrach veranstaltet. Im Jahr 1965 wurde im Programm dieser Veranstaltung zum letzten Mal ein Theaterstück aufgeführt. Bis heute wird das Weihnachtskonzert am Jahresende gemeinsam mit dem Männerchor im „Prinz Max" gestaltet und bildet  gleichzeitig Höhepunkt und Abschluss des musikalischen Jahres.

1919-1934
In den Jahren von 1919 bis 1934 zählten zu den Tätigkeiten der Kapelle Konzerte in Gaststätten aus der Umgebung, Platzkonzerte, der Vereinsabend am Schmotzigen Dunschdig, Wertungsspiele und Musikfeste des Seegau-Musikverbandes, Besuche beim befreundeten Musikverein Wollmatingen, Kirchenfeste, Hochzeiten, Musikfeste anderer Vereine und Ausflüge. Zu den ältesten Terminen, die die Musikkapelle seit den schriftlichen Aufzeichnungen ab 1919 bis heute wahrnimmt, gehören der Weiße Sonntag und Fronleichnam.

1927
Im Jahr 1926 ließ der Musikverein eine wertvolle Fahne anfertigen, die an Pfingsten 1927 bei einem zweitägigen Fest geweiht wurde. Der befreundete Musikverein Wollmatingen übernahm damals die Patenschaft bei der Fahnenweihe. Denn zwischen den Musikern aus Neufrach und Wollmatingen bestand eine feste Freundschaft, die bei gemeinsamen Konzerten gepflegt wurde.

1934-1945
Unter der Diktatur von Adolf Hitler wurde der Musikverein Neufrach im Jahr 1934 aufgelöst und nach nationalsozialistischen Vorgaben mit dem Männergesangverein Neufrach unter der Leitung von Bürgermeister Josef Allgeyer zur Kulturgemeinde zusammengeschlossen. Bei Kriegsausbruch wurde das Musizieren der Kapelle ganz eingestellt. Die Instrumente der Musiker wurden später von den französischen Besatzern eingesammelt und verwahrt. Nach Kriegsende spielte die Musikkapelle nach langer Pause erstmals wieder im Jahr 1945 bei der Fronleichnamsprozession.


1947
Am 22. Februar 1947 wurde der Musikverein Neufrach an seiner   alten Ursprungsstätte, im Gasthaus „Prinz Max", neu gegründet. Wie in den Jahrzehnten zuvor, blieb der Verein auch nach dem Zweiten Weltkrieg seiner Hauptaufgabe treu und umrahmte mit seinem musikalischen Beitrag wichtige Ereignisse im Dorfgeschehen von Neufrach und der späteren Gemeinde Salem.

1950
Am 28. und 29. Mai 1950 feierte der Musikverein sein 100. Vereinsjubiläum mit einem großen Festbankett, Ehrungen, einem Festumzug mit   historischen Festwagen, 25 befreundeten Kapellen und über 5.000 Besuchern   auf dem geschmückten Sportplatz in Neufrach.

1958
Im Jahr 1958 fand der erste sogenannte „Bauerntag" in einem großen Zelt auf der Wiese vor Schloss Salem statt. Diese Großveranstaltung war eine landwirtschaftliche Gewerbeschau deren Träger der Badische Landwirtschaftliche Hauptverband (BLHV) war. In den folgenden Jahrzehnten wurde die Veranstaltung etwa alle zwei Jahre in Neufrach in der   Bodensee-Obstmarkthalle und dem dazugehörenden Außengelände bis 1987 veranstaltet. Jahrzehntelang wurden an drei Tagen die neuesten Traktoren und landwirtschaftlichen Geräte ausgestellt. Der Musikverein Neufrach übernahm dabei die Bewirtung der Besucher und die Musikkapelle spielte auch zur Unterhaltung der Gäste. Zu Glanzzeiten traten am Samstagabend bekannte Showstars aus dem Fernsehen wie „Gitte und Erika" oder Franzl Lang auf.

1966
Ab dem Jahr 1966 begleitete die Musikkapelle Neufrach – gekleidet in Fasnets-Uniform – die neugegründete Hardtwieble-Zunft Neufrach auf ihren Narrenumzügen.

1968
Im Jahr 1968 nahm die Musikkapelle bei den Wertungsspielen in Pfullendorf in der Unterstufe teil und erhielt die Note „sehr gut".

1972
Auf Wunsch des Bundeslandwirtschaftsministers Josef Ertl umrahmte die Musikkapelle 1972 eine FDP-Wahlversammlung im Gasthaus „Prinz Max" in Neufrach. Ebenso spielte die Kapelle 1976 bei einer CDU-Wahlversammlung im „Prinx Max", bei der Ministerpräsident Hans Filbinger und Innenminister Karl Schiess als Redner auftraten.

Bei den Pfingstturnieren des Sportvereins Neufrach und des späteren FCRW Salem beteiligte sich die Kapelle in musikalischer Weise von 1972 bis 1992. Dort spielte sie die Nationalhymnen für die Endspiel-Teilnehmer.

1973
Im Jahr 1973 wurde in der Obstmarkthalle in Neufrach das Verbandsmusikfest aus Anlass des 50-jährigen Bestehens des Blasmusikverbandes „Bodensee-Linzgau" abgehalten. Bei den Feierlichkeiten wurde Ehrendirigent Arthur Raither das Goldene Ehrenzeichen des Bundes Deutscher Blasmusikverbände verliehen.

Am 19. Mai 1973 reisten die Neufracher Musikanten zu einem ersten Freundschaftstreffen nach Gresgen und noch im selben Jahr folgte ein Gegenbesuch der Musikkapelle Gresgen. Die Freundschaft mit dem Musikverein Gresgen aus dem Wiesental im Schwarzwald geht auf die Initiative von Ehrendirigent Arthur Raither zurück. Der Kontakt kam bei einem Zusammentreffen mit Gresgens Bürgermeister Karl Schöne über den BLHV zustande. Bisher fanden offiziell insgesamt fünfzehn abwechselnde Besuche statt, bei denen jeweils am Wochenende gemeinsam ein Doppelkonzert gespielt wurde. Hinzu kommen viele private Treffen.

1974-1977
Zu Gunsten des Orgel- und Glockenfestes in der Pfarrgemeinde Neufrach spielte die Kapelle in den Jahren von 1974 bis 1977 jeweils ein Frühschoppenkonzert im Jugendheim.

1975
Vom 8. bis 11. Mai 1975 feierte der Musikverein sein 125. Vereinsjubiläum mit der Gastkapelle aus Gosheim, einem großen Festbankett, Ehrungen, den Heuberger Musikanten, der befreundeten Musikkapelle aus Gresgen, einem Festumzug und den Neckartaler-Musikanten in der geschmückten Obstmarkthalle in Neufrach.

1978
Da an der Fahne von 1927 der Zahn der Zeit ordentliche Arbeit geleistet hatte, entschloss sich der Verein für die Anschaffung einer neuen Fahne. Im Jahr 1978 feierte der Musikverein mit einem großen Sommerfest auf dem Sportplatz in Neufrach die zweite Fahnenweihe in seiner Vereinsgeschichte. Der Männergesangverein Neufrach und die Patenkapelle aus Weildorf haben dabei zur Gestaltung der Feierlichkeiten beigetragen.

1979
Eine besondere Ehre wurde der Musikkapelle zuteil, als sie im Jahr 1979 die Feierlichkeiten bei der Ernennung von Arthur Raither zum Ehrensenator der Universität Hohenheim in Hohenheim musikalisch gestalten durfte. Denn Ehrendirigent Arthur Raither prägte den Musikverein Neufrach zeit seines Lebens in vielerlei Hinsicht. In seiner Funktion als Präsident des BLHV verhalf er dem Musikverein zur Ausrichtung des legendären Bezirksbauerntages in Neufrach.

1980
Im Jahr 1980 wurde von der Gemeinde Salem ein erstes Volksfest am neuen Schlosssee initiiert. Die Musikvereine Neufrach und Mimmenhausen waren Ausrichter des Festes. Ein Jahr später wurde das erste „Schlossseefest" von den fünf Salemer Musikvereinen veranstaltet. Das Fest wird bis heute im Sommer am Wochenende unter freiem Himmel mit vielen Bewirtungsständen und Livemusik am Ufer des Schlosssees gefeiert. Als „Mega-Gartenfest" ist es weit über die Region hinaus bekannt und zieht am Samstagabend bis zu 20.000 Besucher an.

Im Jahr 1980 nahm die Musikkapelle in Laimnau bei den Wertungsspielen in der Oberstufe teil und erhielt die Note „sehr gut" mit Belobigung.

1980-1984
In den Jahren von 1980 bis 1984 veranstaltete der Musikverein im Mai ein zweitägiges Frühlingsfest auf dem Gelände der Bodensee-Obstmarkthalle in Neufrach.

1982
Im Jahr 1982 nahm die Musikkapelle in Oberteuringen bei den Wertungsspielen in der Oberstufe teil und erhielt die Note „sehr gut" mit Belobigung.  

1985
Im Jahr 1985 wurde die Fasnetsmusik neu gestaltet. Für die Umzüge mit der Hardtwieble-Zunft wurden neue Uniformen beschafft und für die Straßen- und Dorffasnet unter der Regie von Andreas Kretz die Lumpenkapelle „Wikinger Neufrach" gegründet. Elmar Notheis übernahm die musikalische Leitung der Wikingergruppe. Diese spielte auf Fasnetsbällen und zuerst ohne die Zunft auf Umzügen. Mitte der 90er Jahre wurde die offizielle Fasnetsmusik in Uniform schließlich aufgegeben und die Wikinger begleiten seither auch die Hardtwieble-Zunft bei ihren Umzügen. Seit dem Jahr 2002 führen Verena Stötzle als Managerin und Martin Stehle als musikalischer Leiter die Wikinger Neufrach an.

1986-1990
Wegen der Umbenennung des Bahnhofs „Mimmenhausen-Neufrach" in Bahnhof „Salem" wurde im Jahr 1986 zum ersten Mal ein Bahnhofsfest veranstaltet. Das Fest wurde vom Musikverein Neufrach und der Freiwilligen Feuerwehr Abteilung Neufrach organisiert. Die Musikkapelle spielte am Sonntagmorgen immer einen Frühschoppen. Als Besucherattraktionen wurden Zugfahrten mit alten Dampflokomotiven angeboten.

1987
Im Jahr 1987 wurde von den Kapellen im Bezirk 2 des Blasmusikverbandes Bodenseekreis eine Schallplatte aufgenommen. Auf dieser Schallplatte mit dem Titel „Blasmusikgrüße vom Bodensee" ist jede der zehn Kapellen mit einem Bravourstück zu hören.

1990
Vom 18. bis 20. Mai 1990 feierte der Musikverein sein 140. Vereinsjubiläum als Bezirksmusikfest mit Stehempfang, Ehrungen, mit der Dirty-River- Jazzband, den Original-Schwabenland-Musikanten und einem Marschmusikwettbewerb mit 12 Kapellen im und um das Festzelt auf dem Sportplatz in Neufrach.

1992-2001
In den Jahren von 1992 bis 2001 veranstaltete der Musikverein sechs Mal ein Straßenfest in Neufrach. Hierfür wurde die Riedlestraße zur Festmeile umgewandelt. Für die musikalische Umrahmung wurden Musikkapellen aus der näheren Umgebung eingeladen. Diese spielten zum Frühschoppen und am Nachmittag zur Unterhaltung der Gäste.


1997
Im Jahr 1997 nahm die Musikkapelle beim Marschmusikwettbewerb in Tettnang teil und erhielt die Note „sehr gut-gut".

2000
Vom 23. bis 25. Juni 2000 feierte der Musikverein sein 150. Vereinsjubiläum mit einem Festbankett, Ehrungen, den Original Kluftinger Musikanten, der Trachtenkapelle Roggenzell, einem Festumzug und einem Bezirkskonzert der Musikkapellen des Bezirks 2 im DGH „Prinz Max" in Neufrach.

2003
Im Jahr 2003 schaltete der Musikverein Neufrach seine erste Homepage im Internet online.

2008
Im Jahr 2008 wurde im „Prinz Max" der neue Marsch der Salemer Musikkapellen „Salemonia"  unter der Leitung von Kurt Gäble der Öffentlichkeit vorgestellt. Der Marsch wurde von den Salemer Musikvereinen beim berühmten Blasmusikkomponist Kurt Gäble als Eröffnungsstück für das Schlossseefest in Auftrag gegeben.

Da in Vergangenheit noch nie ein offizielles Neufracher Dorffest initiiert wurde, hob der Musikverein im Jahr 2008 das sogenannte „Prinz-Max-Fescht" aus der Taufe. Benannt nach dem Neufracher Dorfgemeinschaftshaus „Prinz Max" auf dessen Außengelände das Fest an drei Tagen veranstaltet wird. Als Wetterschutz für die Besucher werden seit 2010 zwei große offene Zelte im Hof aufgestellt und drum herum befinden sich die Bewirtungsstände. Am Samstagabend spielt eine Tanzband und die Unterhaltungsaktion „1. Salemer Meisterschaft" in verschiedenen Kategorien – jedes Jahr eine andere wie beispielsweise Maßkrug-Stemmen  oder Bull-Riding – sorgt seit 2010 für viel Spaß und Unterhaltung. Am Sonntagmorgen spielt eine Gastkapelle zum Frühschoppen auf und der Montagabend klingt mit einem Feierabendhock aus, bei dem die Neufracher Musiker selbst zu den Instrumenten greifen.

2009
Im Jahr 2009 nahm die Musikkapelle beim Marschmusikwettbewerb in Überlingen teil und erhielt die Note „sehr gut".

2010
Vom 11. bis 14. Juni 2010 feierte der Musikverein am „Prinz-Max-Fescht" sein 160. Vereinsjubiläum als Bezirksmusikfest mit einem Festbankett, Ehrungen, einer Sommernachtsparty mit der 1. Salemer Meisterschaft im Bierkrug-Stemmen und einem Festumzug mit den Kapellen des Bezirks 2 auf dem Dorfplatz beim „Prinz Max" in Neufrach.

Großen Wert legt der Musikverein auf den Nachwuchs und die Ausbildung junger Musiker. Im Jahr 2010 haben sich die Jugendkapellen Neufrach und Mimmenhausen unter der Leitung von Petra Keller und Gerold Wächter zusammengeschlossen. Seit 2012 kooperiert der Verein mit dem Projekt „Bläserklasse" mit der Hermann-Auer-Grundschule. Dadurch soll die musikalische Früherziehung gefördert werden.

2011
Im Rahmen eines Kirchenkonzerts wurde im Jahr 2011 die restaurierte Vereinsfahne von 1927 bei einem Vortrag in der Pfarrkirche in Neufrach erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.

aktuell
Zu den traditionellen Terminen der Musikkapelle zählen seit Jahrzehnten der „Weiße Sonntag", das Maibaumstellen, der 1.Mai, Allerheiligen (davor Kriegergedenktag), das Christbaumspiel und das gemeinsame Weihnachtskonzert mit dem Männergesangverein. Dazu kommen Frühschoppen, Kurkonzerte, Platzkonzerte, Jubiläen, Geburtstage, Hochzeiten, Ausflüge und der Kameradschaftsabend. Zu den wichtigsten Festen, die der Musikverein ausrichtet, zählen das „Schlossseefest" und das „Prinz-Max-Fescht".

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